Wir bekommen immer wieder Fragen zur „staatlichen Anerkennung der Ausbildung“ oder zur „Anerkennung der Ausbildung durch den Verband der XYZ“ gestellt. Oft basieren diese Fragen auf Irrtümern und Fehlinformationen. Daher möchten wir mit diesem Beitrag das Bild einmal geraderücken.

Grundsätzlich sind alle Berufsbezeichnungen im Bereich der alternativen Behandlung von Tieren in Deutschland NICHT GESCHÜTZT.

Das bedeutet, dass Jeder eine Berufsbezeichnung wie Tierheilpraktiker, Tiertherapeut, Tierakupunkteur oder Tierosteopath verwenden darf. Eine Ausbildung oder ein Befähigungsnachweis ist hierfür in Deutschland nicht erforderlich.

Demzufolge gibt es keine staatliche oder offizielle Anerkennung einer Ausbildung in diesem Bereich. Es wird immer wieder versucht, einen solchen Eindruck zu erwecken, indem Anbieter von Ausbildungen diese als „vom Verband der XYZ anerkannt“ anpreisen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es sich um eine offizielle oder staatliche Anerkennung der Ausbildung handelt. Das ist jedoch schlicht nicht der Fall.

Es gibt Verbände, die langfristig am Ziel von staatlich anerkannten und nach entsprechenden allgemeinen Standards durchgeführten Ausbildungen arbeiten. Ein langfristiges Ziel, das wir seitens ekvedo gerne unterstützen und mittragen. Es gibt jedoch mittlerweile in Deutschland eine größere Zahl von Verbänden, die in der Hauptfunktion „Ausbildungen anerkennen“. In der Regel sind das die Ausbildungen eines einzigen Ausbilders – weil der Verband genau zu diesem Zweck gegründet wurde.

Offen gestanden haben wir bei ekvedo vor einigen Jahren mit dem Gedanken gespielt, das auch zu machen. Der Verband hätte einen Namen wie „International Society of Alternative Equine Medicine“ bekommen. Eine offizielle Anerkennung dieser internationalen Fachgesellschaft? Mit tollem Logo? Klingt das überzeugend? Ja, das ist möglich. Ja, das ist legal. Nein, über den Inhalt der Ausbildung sagt das Alles gar nichts aus. Es klingt nur gut. Es sieht gut aus. Und manchmal mag es für Jemanden der entscheidende Grund sein, eine Ausbildung zu machen. Wir haben uns dennoch dagegen entschieden, weil dieser Weg nicht zu uns passt. Insofern: Nein, wir sind nicht von der International Society of Alternative Equine Medicine anerkannt. 😉

Manch einer kann jetzt fragen, ob sich die Investition in eine Ausbildung dann überhaupt lohnt – wenn man doch auch ohne jede Ausbildung mit allen genannten Bezeichnungen loslegen darf.

Na ja, ganz so einfach ist es am Ende doch nicht. Zum einen gibt es eine Reihe von arzneimittelrechtlichen, tierseuchenrechtlichen, tierschutzrechtlichen und betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften, die zu beachten sind. Und dann gibt es in Deutschland die Haftung für fahrlässiges Verhalten. Ohne Nachweis einer fachlichen Qualifikation einfach loslegen – das ist schnell fahrlässig. Das sind Themen, die man als (meist auch noch voll mit seinem Privatvermögen haftender) Therapeut gut kennen sollte – und die zu einer seriösen Ausbildung gehören.

Und dann gibt es immer noch den anderen Aspekt: Wenn Du am Pferd und vor Deinem Kunden stehst, dann zählt das was Du kannst. Und Deine Persönlichkeit, Dein inneres Feuer und Deine Kraft. Du musst dem Tier helfen und Deine Kunden von Deinem Weg überzeugen, sie mitnehmen.

WISSEN – KÖNNEN – BUSINESS PLAN – PERSÖNLICHKEIT
Es ist nicht das Zertifikat, das Dich erfolgreich macht. Entscheidend sind die Werkzeuge, die wir in unseren Ausbildungen konsequent vermitteln. Denn damit wird das Leben der Tiere und Menschen besser – und Deine Ausbildung ein Erfolg.

Wir hoffen, damit etwas Klarheit in das „Verwirrspiel“ um die Anerkennung von Ausbildungen im Bereich der alternativen Behandlung von Tieren gebracht zu haben.

Fragen? Wünsche? Kommentare? Wir freuen uns.